Der Klassenlehrer

Der Klassenlehrer begleitet die Schüler durch 8 Schuljahre im Hauptunterricht. In dieser Zeit entsteht eine feste Bindung zwischen Lehrer und Schülern, die das gegenseitige Vertrauen fördert.

Kinder sind Reisende, die nach dem Weg fragen....

„Für mich als Pädagogin ist es wichtig, Kindern einen guten Ort anzubieten, wo sie so lange Sicherheit und liebevollen Halt bekommen, bis sie ihren Weg selber gehen können.“

Zur professionellen Pädagogik kam Frau Annette Michalek-Rösch eigentlich rein zufällig. Nach dem Abitur 1987 in Mühlheim am Main, reiste sie mit einem alten VW-Bus quer durch die USA. Die Reise- und Abenteuerlust steckt ihr in den Genen – unter ihren Vorfahren waren u.a. Seefahrer und reisende Künstler. Gerne wäre sie in den USA geblieben, doch aus familiären Gründen führte der Weg zurück nach Deutschland.

Dort lernte Annette Rösch den Beruf der Bürokauffrau und bekam mit knapp 24 Jahren ihren Sohn Hagen. Ihren Mann Uwe hatte sie schon 1988 geheiratet. Knapp 18 Monate später folgte Tochter Jessica. Das Leben mit zwei kleinen Kindern – frisch aufs Land gezogen – war schön aber auch anstrengend, sodass für andere Aktivitäten kaum Zeit blieb. 1996 machte sich ihr Mann Uwe als Installateur in Frankfurt am Main selbständig. Annette Rösch war für den kaufmännischen Bereich des Handwerksbetriebs zuständig.

Zu dieser Zeit begann ihr Sohn Hagen in der Bambini Mannschaft Fußball zu spielen und Annette Rösch engagierte sich im örtlichen Sportverein: Sie organisierte Schnitzeljagden und gestaltete Feste und Feiern mit. Dann fragte der Gemeindepfarrer sie und eine weitere Frau aus der Kirchengemeinde, ob beide zusammen die Ministrantengruppe leiten wollten. Es folgte ein schöne Zeit mit Ausflügen, Gruppenstunden und Ministrantenfahrten. Bei diesen Aktivitäten entdeckte Annette Rösch die Freude an der Arbeit mit Kindern. Daraufhin begann sie das Studium für Haupt- und Realschullehramt mit den Fächern Deutsch und katholische Theologie an der Universität Frankfurt.

„Da ich in meiner Region gut vernetzt bin, fragte mich eines Tages der Direktor der ansässigen Berufsschule, ob ich nicht Lust hätte, Deutsch zu unterrichten.“ Nun unterrichte Annette Rösch Deutsch in den Klassen 10, 11 und 12. Diese Zeit war voller neuer Anregungen und Begegnungen. „Das Arbeiten mit den Schülern hat mir sehr gut gefallen. Insbesondere freute ich mich über die Eigeninitiative und die Kreativität der Schüler/innen“

Annette Rösch war 2002 zum ersten Mal mit der Waldorfpädagogik in Berührung gekommen: Ihr Sohn kam als Quereinsteiger in die 6. Klasse der Rudolf-Steiner-Schule in Loheland. „Die erste Begegnung mit Loheland war wie Liebe auf den ersten Blick.“ Insbesondere durch ihre Kinder wurde der Wunsch, die Waldorfpädagogik näher kennenzulernen, geweckt. 2011 bis 2012 absolvierte sie das Studium der Waldorfpädagogik in Mannheim. Aus familiären Gründen arbeitete sie dann fast zwei Jahre in einer Brennpunkt-Kita in Offenbach. „Hier habe ich erfahren, wie sehr Kinder auf gute Beziehungen angewiesen sind und welche vielfältigen Begabungen jedes Kind in sich trägt.“

Seit 2016 ist Annette Rösch nun Klassenlehrerin an der Freien Waldorfschule Hildesheim. „Kinder sind Gestalter und Konstrukteure ihrer Welt. Sie sind zu einer Selbstentwicklung in der Lage, da sie über reichhaltige Ressourcen und Kompetenzen verfügen. Jedes Kind kommt mit seinen individuellen Lernvoraussetzungen, mit seiner je eigenen Biografie, seinen Interessen und Stimmungen in die Schule und will dort etwas lernen. Das Lehrersein bedeutet für mich, dem Kind Raum zur Entwicklung zu geben und es auf seinem Weg zum Jugendlichen zu begleiten. Gerade die Waldorfpädagogik bietet durch den altersgemäßen Unterrichtsstoff dem Kind vielfältige Möglichkeiten zur individuellen Entfaltung an.“

In Ihrer Freizeit geht Annette Rösch gerne mit ihrem Hund Pino spazieren oder liest pädagogische Fachliteratur. Das Wochenende genießt sie bei ihrer Familie oder mit ihren Freundinnen. Auch die Reiselust ist seit Amerika geblieben und so reist sie mit ihrem Mann und oder ihren Kindern rund um den Globus: „Wer einmal in West-Afrika war, der weiß in welchem Überfluss wir hier leben und an wie vielem es uns trotzdem mangelt.“

 

Jahresplaner 2017/18

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